Von Flüssen, Bergen, Tomaten und dem Meer

31.08.2026

Was haben eine Luftmatratze, tausende Tomaten, ein Stummfilm und ein Stück Zirbenholz gemeinsam?

Diesen Sommer habe ich viel Zeit draußen verbracht. Ich war an Flüssen und Seen, bin auf Berge gewandert, habe mit dem Fahrrad neue Gegenden entdeckt und viele Stunden auf der Luftmatratze im Wasser mit Hörbüchern und beim In-die-Luft-Starren verbracht. Ich habe im Auto geschlafen, am Berg gekocht und bin mit lieben Menschen lange draußen gesessen. 

Es war ein Sommer mit vielen verschiedenen Bildern und besonderen Ausblicken.

Ein Theaterstück unter freiem Himmel an einem warmen Sommerabend.
Freiluftkino.
Ein Stummfilm draußen, während es langsam dunkel wird.
Feuerwerke am Nachthimmel.
Und Konzerte direkt am See.

Neue Städte und Dörfer erkunden.
Sternschnuppen beobachten.
Picknicken während der Sonnenfinsternis.
Nächte in meinem Freilufthimmelbett. 


**Der Blick auf das Besondere**
 
All diese Momente haben etwas, das mich fasziniert: Sie sind einzigartigMan kann sie nicht einfach austauschen.  Es verhält sich wie mit dem  Sprichwort, das besagt  "Du kannst nicht zweimal in denselben Fluss steigen". Jede Blume ist anders gewachsen, jeder Filmabend hat seine eigene Stimmung. Dieser Blick für das Besondere begleitet mich in der Kunst.

Wenn ich Zirbenholz in den Händen halte, sehe ich nicht einfach ein Stück Holz. Ich sehe die Maserung, die gewachsene Struktur, spüre das Gewicht, das weiche Holz und die raue Rinde, rieche es, fühle die Aststellen, sehe die Farbe und die Spuren seines Lebens, die der Baum über viele Jahre hinterlassen hat.

Kein Stück gleicht dem anderen. Nicht einmal ein Zentimeter sieht aus wie der nächste. Ein Zirbenbaum wächst langsam. In jedem Stück steckt Zeit. Natur. Geduld. 

Ich möchte seine Besonderheiten sichtbar machen und daraus etwas schaffen, das diesen Wert bewahrt.

Hochwertige Dinge haben etwas mit Wertschätzung zu tun. Man kauft sie nicht nebenbei. Man sucht sie aus, weil sie einem ansprechen, etwas in sich berühren. Weil man das Material liebt, den Duft. Weil man spürt, dass etwas Besonderes, Einzigartiges dahintersteckt.

Und wenn ein solches Kunstwerk im eigenen Zuhause steht, wird es Teil des Lebens.

Man sieht es jeden Tag.
Man berührt es.
Man verbindet Erinnerungen damit.

Man riecht es.


Handgefertigte Kunst ist nicht anonym. Sie hat Material, Charakter und eine Geschichte.

Die Natur, die ich erlebe, ist dieselbe Natur, aus der das Material stammt, mit dem ich arbeite. Im Sommer ist es eine Landschaft. In meiner Werkstatt wird daraus ein Stück Zirbenkunst.

Die Maserung ist schon da.
Der Duft ist schon da.
Die Farbe ist schon da.

Meine Aufgabe ist es, daraus etwas zu gestalten, das diese Eigenschaften zur Geltung bringt.
**Und dann war da noch mein Garten**

Während ich unterwegs neue Landschaften, Musik, Kunst und farbige Lichtspektakel entdeckt habe, hat sich zu Hause der Sommer ebenfalls verändert.

Raumhohe, verschiedenfarbige Sonnenblumen, die doch gerade noch als Samen in die Erde durften, überraschten mich.
Die Tomaten wurden reif – plötzlich alle auf einmal. 
Mein Lieblingsgewürz Bohnenkraut darf direkt vom Beet in den Topf wandern.
Ein riesiger Kohlrabi, von dem ich wochenlang essen kann.
Und ganz viel frische Minze in meinem Wasser. 
Dazwischen natürlich immer Beeren naschen 😊

Unterwegs sein und wieder nach Hause kommen. Neue Orte entdecken und sich über das freuen, was direkt vor der Haustür wächst.

**Noch eine Woche Meer**

Ein kleines Sommerkapitel fehlt allerdings noch:

Das Meer und mein langersehnter Wunsch, Korsika zu entdecken.

Ich freue mich auf das Wasser, die Landschaft und darauf, in meiner letzten Sommerwoche noch einmal ganz andere Farben und Eindrücke mitzunehmen – in Wanderschuhen und Bikini.

Korsika ist ein Reiseziel, das ich mir schon lange gewünscht habe. Jetzt darf ich mir diesen Wunsch erfüllen. 🙏🏼

Und wenn ich dann in meiner Werkstatt stehe und mich von einem Stück Zirbenholz aussuchen lasse, werde ich vermutlich wieder genau das tun, was mich auch draußen begleitet:

**"hinschauen, hinhören, hinriechen, hinspüren"**

Die Struktur entdecken. Die Besonderheiten wahrnehmen. Und daraus etwas entstehen lassen, das seinen eigenen Charakter behalten darf.


Anita 

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